geschichtliche Entwicklung - 1. Jiu-Jitsu-Verein Sachsen-Anhalt Stendal 1993 e.V.

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geschichtliche Entwicklung

Jiu-Jitsu
Der Ursprung des Jiu-Jitsu ist nicht eindeutig, seine Wurzeln sind wahrscheinlich in Indien zu suchen. Ausgehend von der indischen Massagekunst entwickelte sich schon im Altertum eine zweckbestimmte Kenntnis von schmerzverursachenden Griffen.
Vermutlich fand diese Kenntnis ihren Weg von Indien nach China.
Dort wurden die Techniken von Angehörigen religiöser Kreise weiterentwickelt. Das Wissen um diese schmerzempfindlichen Punkte wurde vermutlich um 1600 nach Japan eingeführt.

Der eigentliche Begriff "Jiu-Jitsu” entstand erst im 18. Jahrhundert. Ursprünglich war Jiu-Jitsu unter verschiedenen Bezeichnungen (Yawara, Aiki [ju] jutsu, Hakuda, Kempo, Kogusoku, Koshi no mawari, Kumi uchi, Tai jitsu, Torite, Shubaku etc.) ein Ausbildungsbestandteil der verschiedenen Kampfschulen der japanischen Ritterklasse (Bushi, Samurai), neben den in der jeweiligen Schule gelehrten Waffentechniken und wurde im ”Bushido”, dem sogenannten Ehrenkodex der Samurai festgelegt.
Die Meiji-Periode (1868) führte zum Niedergang der Samurai.
Japan öffnete sich westlichen Einflüssen, vernachlässigte teilweise altes Brauchtum und schenkte auch den alten Kriegskünsten lange Zeit keine Beachtung.
Erst Ende des 19. Jahrhunderts wurde es wieder als traditionelles Gut in die japanische Kultur einbezogen, wobei der kriegerische Aspekt durch den sportlichen und geistigen ersetzt wurde.


Verbreitung des Jiu-Jitsu in Deutschland

Der wichtigste Lehrer, der ins Ausland ging, war Katsukuma Higashi.
Erich Rahn, der ”Meister der 1000 Jiu-Jitsu Griffe” war Begründer des Jiu-Jitsu in Deutschland.
Er lernte hauptsächlich von Higashi. Er eröffnete 1906 in Berlin die erste Jiu-Jitsu Schule Deutschlands. Bedingt durch die beiden Weltkriege gab es auch bei uns Höhen und Tiefen zu überwinden.
1945 verboten die Alliierten durch das Kontrollrat-Gesetz die Ausübung des Jiu-Jitsu.
Erst in den 50er Jahren gelang es nach zähen Verhandlungen das Gesetz wieder aufzuheben.
Seither hat sich Jiu-Jitsu wieder stärker in Deutschland etabliert und es entstand eine Vielzahl von Verbänden, in denen Jiu-Jitsu gepflegt und unterrichtet wird.
Durch eine freundschaftliche Beziehung unserer Lehrer zu Großmeister Erich Rahn, wo sie auch einige Prüfungen mit hervorragenden Leistungen absolvierten, wurden sie in ihrem Weg bestätigt, einen eigenen Verband im damaligen Deutschland-West zu gründen, den Deutschen Jiu-Jitsu Bund e.V., der sich auf viele Landesverbände in ganz Deutschland erstreckt.
Heute wird Jiu-Jitsu bei verschiedenen Militär- und Polizeieinheiten in seiner ursprünglichen Bedeutung als militärisches Nahkampfsystem, bzw. zur Erfüllung von Polizeiaufgaben eingesetzt, oder als zivile Selbstverteidigungsmethode gelehrt.
Jiu-Jitsu ist auch die Quelle vieler neuer Kampfkunst-Formen.
So entwickelte Jigoro Kano Ende des 19. Jahrhunderts das mittlerweile zur olympischen Disziplin gewordene JUDO vor allem aus den Jiu-Jitsu Schulen Tenshin shinyo ryu und Kito ryu.
Morihei Ueshiba schuf sein AIKIDO in erster Linie aus dem Daito ryu aiki ju jutsu, und schließlich haben auch etliche Stilrichtungen des KARATE, welches generell allerdings eine andere Geschichte hat, ihre Wurzeln im Jiu-Jitsu. Von den prominenteren Stilrichtungen ist hier vor allem das Wado ryu karate zu nennen, dessen Gründer Hironori Otsuka, Meister des Yoshin ryu jiu jitsu kempo war.
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